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TU Berlin

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Die Güterstraßenbahn als alternativer Lösungsvorschlag für autoorientierte Stadtstrukturen am Beispiel von Warschau
Zitatschlüssel Cupryjak2010SA
Autor Cupryjak, P.
Jahr 2010
Adresse Berlin, Germany
Wie herausgegeben Master Thesis, TU Berlin, Institute for Land and Sea Transport Systems
Schule TU Berlin, Institute for Land and Sea Transport Systems
Zusammenfassung Dem Straßenverkehr in Warschau droht der Infarkt. Die Termineinhaltung vom Just-in-Time-Verkehr ist teilweise nur noch Glücksache. Obwohl das Verkehrsaufkommen seit 10 Jahren fast konstant bleibt, ist die Verkehrsleistung durch steigende Fahrtweite um den Faktor 3,41 gestiegen. Die Hauptauswirkung des steigenden Güterverkehrs in der Stadt ist eine stark erhöhte Umweltbelastung. Diese zeichnet sich durch verstärkte Schadstoffemission, anhaltende Lärmbelastung und einem stockenden Verkehrsfluss aus. Um dies zu ändern und eine Verminderung der Umwelt- und Straßenverkehrsbelastung zu erreichen, ist in Warschau ein alternatives Güterverkehrskonzept erforderlich. Als alternatives Verkehrsmittel zu den derzeit überwiegend eingesetzten Lkw wird für den Gütertransport die Straßenbahn in Betracht gezogen. Ob und inwieweit in Städten und Ballungsräumen die dort bereits vorhandene Infrastruktur und die Ausstattung des ÖPNV für den Wirtschaftsverkehr genutzt werden kann, ist bislang nur in sehr geringem Maße erforscht. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel der Arbeit, zu prüfen, ob der Einsatz der Güterstraßenbahn in Warschau denkbar und (bei konkreten Beispielen) auch möglich ist. Zu den Konsequenzen der Zivilisationsentwicklung der Städte gehört u. a. der zunehmende Bedarf an Lieferungen, die an ihren Gebieten und besonders den Stadtzentren angeliefert werden. Die Realisierung der Lieferungen stößt jedoch auf zahlreiche Probleme, wie die Konkurrenz zwischen öffentlichem und individuellem Verkehr, das Reduzieren von Verkehrsstaus sowie die Notwendigkeit, den negativen Einfluss auf die Umwelt zu neutralisieren2. Bei kontinuierlich steigendem Transportbedarf gehört die Lösung dieser Probleme zu den dringendsten Aufgaben der Städte. Sehr lange richteten die Verkehrsingenieure und Logistiker ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf den städtischen Personenverkehr. Man vergaß, dass der Güterverkehr in den Städten auch eine bedeutende Rolle spielt, und mit anderen Verkehrsteilnehmern um eine immer geringer werdende Fläche pro Fahrzeug konkurriert. Die rasante Entwicklung der Motorisierung wird jedoch nicht von einem ebenso rasanten Ausbau des Straßennetzes begleitet. Ähnliche Verzögerungen gibt es auch bei der Optimierung der Verkehrsorganisation. Ein konstanter Anstieg des Verkehrsaufkommens, der besonders in großen Ballungsräumen sichtbar ist, führt immer häufiger zu Verkehrstaus, was wiederum die Umweltbelastung verstärkt. Die durchschnittliche Verkehrsgeschwindigkeit in Großstädten wird aufgrund zunehmender Motorisierung, übernutzter Straßeninfrastruktur, sinkender Zahl von Parkplätzen und einem gleichzeitig steigenden Bedarf an Parkplätzen immer kleiner (siehe Kap. 3.4). Nach aktuellen Daten ist die Zahl der in Polen registrierten Lkw von 1998 bis 2008 um 58\% gestiegen und liegt derzeitig bei 2,71 Mio.3 (siehe Abbildung 2). Mit der wachsenden Zahl von Fahrzeugen und dem steigenden Transportbedarf wächst die Verkehrsbelastung im Straßennetz. Der durchschnittliche Tagesverkehr ist in den letzen zehn Jahren um über 50\% gestiegen. Lkw mit und ohne Anhänger bilden etwa 18\% aller Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen. Unter allen Fahrzeugkategorien zeigt die Lkw-Verkehrsbelastung die größte Entwicklungsdynamik4. Auf den Straßen werden in Polen 75\% aller Ladungen befördert. Die gegenwärtige Stadtlogistik fordert eine Minderung des Verkehrs im Stadtzentrum. Dies zwingt zur Suche nach neuen Verkehrskonzepten. Eine der Lösungen beruht auf der Idee, die bereits vorhandene Infrastruktur für Personenstraßenbahnen auch zur Frachtbeförderung zu nutzen. Durch zumindest teilweise eigenständige Gleiskörper ist diese Infrastruktur weitgehend unabhängig vom straßengebundenen Verkehr im Stadtzentrum6. Dies ermöglicht es, das Konzept der in der Vergangenheit immer wieder diskutierten Idee der Güterstraßenbahn auf der bereits vorhandenen städtischen Schieneninfrastruktur zu prüfen.
Typ der Publikation Studienarbeit
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